Fotografieren ist für viele untrennbar mit dem Reisen verbunden. Es gibt unzählige Tutorials, wie man einmalige Fotos seines Urlaubs schießen kann, garniert mit netten (Clickbait) Titeln. Dennoch fotografiert man auch mal völlig unkreativ Sehenswürdigkeiten, welche man schon etliche Male auf Postkarten, im Netz oder sonstwo gesehen hat. Das kann frustrieren, schließlich wollen wir ja alle das einmalige Foto schießen und haben einen entsprechenden Anspruch an uns selbst.
Ich will nicht für mich den Anspruch erheben, die perfekte Lösung für dieses Problem zu haben, aber vielleicht hilft meine Überlegung dem einen oder anderen.
Stellen wir uns doch mal die Frage, was ein gutes Foto ausmacht, schließlich ist dies das Ziel eines Fotografen. Wir können uns technisch mit dem goldenen Schnitt nähern, das Bild perfekt belichten, eine Geschichte mit dem Bild erzählen. Auf der anderen Seite, und das macht doch die Kombination aus Reisen und Fotografieren aus, wollen wir eine Erinnerung für uns schaffen, und erzählen so subjektiv unsere Geschichte, ohne das diese vielleicht für anderen nachvollziehbar ist.

Wohl eines der meistfotografierten sehr jungen Objekte in New York

Ist man ehrlich, dann könnte man sich das Fotografieren von vielen Sehenswürdigkeiten sparen. Es gibt so perfekte Fotos im Netz, auf Postkarten oder in Bildbänden von großartigen Fotografen, dass man damit objektiv gar nicht mithalten kann. Gerade dann, wenn man nicht nur auf sich selbst achten muss und völlig frei seinen Urlaub nach der Jagd nach dem perfekten Foto einteilen kann, sondern auch auf den Familien- bzw. Beziehungsfrieden achten muss, wird es schon sehr schwierig zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.
Also machen wir uns doch einfach frei von hohen Ansprüchen und versuchen das beste aus der Situation zu machen. Versucht man nicht, das perfekte Foto zu machen, sondern eine Erinnerung für die Familie, den Partner oder sich selbst zu schaffen, liegt die Latte bereits deutlich niedriger. Dann ist es auch überhaupt nicht mehr schlimm, das hunderttausendste Foto eines Objekts zu machen, weil es eben die persönliche Erinnerung ist und nicht eine einfache weitere Kopie.

Die Niagarafälle, allein bei diesem Ausflug vermutlich tausende Male fotografiert

Für mich bedeutet der Gang mit der Kamera durch eine (mehr oder weniger) fremde Stadt auch immer ein Wechsel der Perspektive. Man geht mit anderen Augen durch die Straßen, besonders wenn man sich Zeit lassen kann. Wenn dann noch ein oder mehrere schöne Fotos dabei auf die Speicherkarte kommen, ist das wirklich ein tolles Erfolgserlebnis zusätzlich zur eigentlichen Reise.

Beliebtes Motiv in Kapstadt, trotzdem schön, dass ich es selbst gemacht habe

Kurz und knapp: Die eigenen Ansprüche nicht zu hoch ansetzen führt zu weniger Frust und damit auch zu mehr Spaß. Klingt trivial, dennoch muss man es sich immer wieder vor Augen halten. Findet man eine originelle Perspektive, ist das super. Ist es „nur“ ein Erinnerungsfoto, kann dieses aber genauso wertvoll sein für den Fotografen!

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