Reisen und Fotografieren gehört für uns untrennbar zusammen. Es geht dabei auch nicht unbedingt immer darum, das perfekte, einzigartige Foto festzuhalten, manchmal sind es auch einfach Erinnerungsstücke an eine tolle Zeit. Dazu habe ich dort schon mal was geschrieben:

Seit einigen Jahren nutze ich eine Fuji X-Pro2 für alles, was ich fotografisch festhalten möchte, und bin damit wahnsinnig zufrieden. Warum, werde ich sicher demnächst nochmal hier beschreiben.
Dazu kommt noch, dass wir sehr sehr gerne Podcasts hören.
Diese Kombination führt eigentlich unweigerlich zu einem Podcast, der auch schon früher hier erwähnt wurde: Die Photologen

Da Thomas ebenfalls mit Fuji unterwegs ist, hat er sich Gedanken gemacht, wie er das beste aus den Welten Analoge und Digitale Fotografie vereinen kann. Dabei gibt es auch viele Bezüge zu seinen Reisen und schließlich ist ein Teil seines Buchs in New York entstanden.

Mich hatte damals schon das eBook gereizt, aber dank viel Glück konnte ich im Gate Sieben-Podcast ein Exemplar des gedruckten Buchs gewinnen. Ganz vielen Dank an Kai und Thomas für die tolle Aktion!

Perfekt für triste Straßenszenen: Rezept L-Train

Das Buch – ganz nüchtern betrachtet

Worum geht es? Der Titel beschreibt es eigentlich schon ganz gut, es geht um „Rezepte“, wie man seine Fuji für bestimmte Bildlooks einstellen kann. Dazu geht Thomas sehr detailiert auf die Eigenschaften des JPEG-Formats ein und beschreibt die Optionen, welche Fuji in die Kameras eingebaut hat. Diese sind von Kamera zu Kamera bzw. von Kamerageneration zu -generation ein wenig Unterschiedlich, was ebenfalls sehr übersichtlich dargestellt und bei den Rezepten auch nochmal behandelt wird.
Die Rezepte sind im Prinzip der zweite Teil des Buches. Es gibt 22 unterschiedliche Rezepte, die schön beschrieben und mit Bildern dargestellt werden. Somit hat man nicht nur den technischen Ansatz, sondern kann sich die Auswirkungen der Einstellungen sehr klar vor Augen führen mit konkreten Situationen.
Im Anschluss gibt es viele Tipps für die Nutzung der Rezepte, wie man eigene Rezepte entwickelt und Thomas geht auch nochmal auf die Entwicklung von RAWs in Lightroom oder Capture One ein.

In den Straßen von Wiesbaden. Rezept: L-Train

Das Buch – ein bisschen weniger nüchtern betrachtet

Thomas hat einmal gesagt, dass er das Buch auch geschrieben hat, um einfach mal seine Bilder zu zeigen. Genau das merkt man auch, es finden sich einfach sehr schöne Fotografien in dem Buch, egal ob es Portraits sind, oder Aufnahmen aus Kuba, Israel, New York oder Island. Damit macht er nicht nur wahnsinnige Lust, die Rezepte zu probieren, sondern auch den Fotokram in den Rucksack zu werfen und in den Flieger zu steigen.
Selbst dann, wenn man gerade nicht weit weg kann, laden einen die Rezepte ein, die eigene Umgebung zu erkunden und zwingen einen auch mal aus der Komfortzohne heraus, die man sich mit RAW und kleineren Korrekturen (Tiefen, Lichter, Kontrast) eingerichtet hat.

Natur und die Wiedergabe kräftiger Farben mit dem Rezept Punch

Was ich mir noch wünschen würde

Das Buch deckt ein Thema auf, welches ich so bisher gar nicht auf dem Schirm hatte: Fuji sieht die Korrekturen für den Weißabgleich global und nicht auf Custom-Presets bezogen. Das heißt, Ihr müsst diese Korrekturen für jedes Rezept nochmal anpassen. Das ist etwas, was die Begeisterung über die ansonsten großartige Bedienung der Fuji-Kameras ein wenig trübt.
Was würde ich mir aber noch vom Buch wünschen? Ich finde das Paket nicht so wahnsinnig hübsch. Das ist meckern auf sehr hohem Niveau, aber wenn Ihr könnt, nehmt einmal das Buch „Manche Fehler muss man selber machen“ von Patrick Ludolph in die Hand. Es ist sicherlich auch Geschmackssache, aber das gefällt mir doch nochmal ne ganze Ecke besser von der Aufmachung her, ist aber auch nicht umsonst einer der Gewinner des deutschen Fotobuchpreises 2019/2020. Das ist aber eine subjektive Geschichte und auch Meckern auf hohem Niveau.
Cool wäre es noch, die Rezepte auf kleine Karten zu drucken, bei denen der Einsatzzweck, ein paar eigene Notizen und natürlich auch die Einstellungen für den Weißabgleich direkt mit drauf sind. Ob ich diese dann in der Praxis so auch verwenden würde, ist nochmal eine andere Geschichte, aber zumindest in der Theorie erscheint mir das ne gute Idee 😉

Nochmal das Rezept Punch

Mein Fazit zu einem tollen Buch

Ich hoffe, dass man meinem Text die Begeisterung über dieses Buch und auch die Idee an sich anmerken kann. Ja, es gibt Momente, in denen ich es noch sehr schwierig finde, weil das Spiel mit den Rezepten etwas Zeit kostet und man die nicht immer hat. Auf der anderen Seite ermöglichen einem die Rezepte, Serien in einem bestimmten Look zu schießen und führen einen gleichzeitig etwas heraus aus der Komfortzone, was bei mir zum Beispiel Anpassungen im Weißabgleich betrifft.
Also, wer mit Fuji fotografiert und sich weiter entwickeln will, sollte sich das Buch definitiv gönnen!

Ich habe ehrlich gesagt noch gar nicht soviele verschiedene Rezepte ausprobiert, deswegen gibt es hier auch nur wenige Beispielfotos. Wer mehr davon will, sollte sich Thomas‘ Instagram-Profil ansehen!

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